Ignatz Bubis ז"ל

Ignatz Bubis, geboren 1927 in Breslau, war über viele Jahre Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main und hat sie maßgeblich geprägt. Das unter seiner Ägide errichtete Gemeindezentrum im Westend der Stadt ist zu einem zentralen Ort gemeindlichen und städtischen Lebens geworden.

Bubis, der seine ganze Familie in der Schoa verloren hatte, erlebte die Befreiung als Zwangsarbeiter in  Tschenstochau. Über Berlin und Pforzheim kam er 1966 nach Frankfurt am Main, wo er sich über die Gemeinde hinaus kommunalpolitisch und auf Bundesebene engagierte. In den Jahren 1992-1999 war er Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Man hat ihn einmal einen "heilsamen Polarisierer" genannt, der Konflikte nicht scheute und Schwachpunkte markierte, aber Verständigung und Klärung stets im Sinn hatte. Mit seinem persönlichen Engagement hat er, vielerlei Anfeindungen und am Ende seines Lebens auch Selbstzweifeln zum Trotz, entscheidend dafür gewirkt, den Platz der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland auf Dauer zu gestalten und zum selbstverständlichen Teil des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland und Europa zu machen.

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg in Trägerschaft des Zentralrats der Juden in Deutschland hat in seiner Amtszeit eine große Förderung erfahren und einen enormen Aufschwung genommen. Der gegenwärtig vollzogene äußere und innere Ausbau der Hochschule ist damals möglich gemacht worden. Im August 2009 jährt sich der Todestag von Ignatz Bubis zum 10. Mal. Es ist der Hochschule und dem Ignatz-Bubis-Lehrstuhl ein Anliegen, die Summer School seinem Gedenken zu widmen.